Ratgeber Entscheidung
Website selbst erstellen oder erstellen lassen? Eine ehrliche Entscheidungshilfe
Website selbst erstellen oder erstellen lassen? Beides kann richtig sein, je nach Betrieb, Zeit und Anspruch. Wir stellen beide Wege ehrlich gegenüber — auch mit den Nachteilen, die Anbieter von Homepage-Baukästen ungern erwähnen. Am Ende steht eine einfache Entscheidungshilfe.
Von Robin Holz · Stand 29.10.2026
Wann eine selbst gebaute Website völlig reicht
Es gibt gute Gründe für den Baukasten. Wenn Sie wenig Budget haben, gerade erst starten oder nur eine digitale Visitenkarte brauchen, ist eine selbst erstellte Seite oft ein sinnvoller erster Schritt. Moderne Baukästen sind einfach zu bedienen, und viele Betriebe sind damit zufrieden.
Sie passen besonders gut, wenn diese Punkte auf Sie zutreffen:
Gerade für Neugründer ist das ein legitimer Weg. Sie sollten nur wissen, dass die erste Version selten die letzte bleibt und dass ein späterer Umbau Zeit kostet.
- Ihre Seite besteht aus wenigen Unterseiten wie Start, Angebot und Kontakt.
- Sie haben Freude an Gestaltung und Zeit, sich einzuarbeiten.
- Sie brauchen keine besonderen Funktionen wie Buchung, Mietkatalog oder Kundenbereich.
- Ihre Website ist nicht die Hauptquelle für Aufträge, sondern ein Nachweis, dass es Sie gibt.
Der versteckte Zeitaufwand beim Selbermachen
Der größte Posten beim Selbermachen steht in keiner Preisliste: Ihre eigene Zeit. Die Einarbeitung, das Auswählen einer Vorlage, das Schreiben der Texte, das Zuschneiden der Fotos, das Testen am Handy — für eine erste Version gehen schnell mehrere Tage drauf, und es sind Tage, an denen Sie nicht arbeiten oder Kunden betreuen.
Dazu kommen Dinge, die man leicht vergisst: eine sinnvolle Seitenstruktur, Seitentitel und Beschreibungen für Google, eine schnelle Ladezeit, Impressum und Datenschutzhinweise. Nichts davon ist unmöglich, aber alles will bedacht sein. Rechnen Sie Ihre Stunden mit einem ehrlichen Wert an. Dann sieht der vermeintlich günstige Baukasten oft anders aus.
Ein Gedankenspiel: Angenommen, Sie brauchen für Aufbau, Texte, Bilder und Feinschliff zwei volle Arbeitstage. Was bringt Ihnen ein Arbeitstag in Ihrem Betrieb sonst ein? Dieser Betrag gehört auf die Rechnung der Selbstbau-Variante. Und kommt später eine Änderung, die Sie nicht allein hinbekommen, fängt die Suche nach Hilfe an.
Homepage-Baukasten: Nachteile, die man kennen sollte
Die Nachteile zeigen sich meist erst später. Wer vor der Entscheidung steht, sollte sie kennen:
Ein weiterer Punkt ist die Sicherheit. Bei Baukästen kümmert sich der Anbieter um die Technik im Hintergrund, das ist ein echter Vorteil. Bei einer individuell gebauten Seite sollte das ebenfalls klar geregelt sein, zum Beispiel über Hosting und Pflege durch den Dienstleister.
- Abhängigkeit vom Anbieter: Die Seite läuft auf dessen Plattform. Ändert der Anbieter Preise, Funktionen oder Bedingungen, haben Sie wenig Einfluss.
- Umzug schwierig: Eine Baukasten-Seite lässt sich meist nicht einfach mitnehmen. Bei einem Wechsel wird sie in der Regel neu aufgebaut.
- Dauerhafte Gebühren: Solange die Seite online sein soll, zahlen Sie monatlich. Hören Sie auf zu zahlen, ist sie weg.
- Grenzen bei Funktionen: Sonderwünsche wie eine eigene Buchungslogik oder ein Mietkatalog gehen oft nicht oder nur über teure Zusatzmodule.
- Geschwindigkeit: Viele Baukasten-Seiten laden langsamer als nötig, weil sie viel Ballast mitbringen. Das spüren Besucher am Handy besonders.
- Eigene Internetadresse: Im günstigen Tarif steht teils der Name des Anbieters in der Adresse, was unprofessionell wirkt.
Wann ein Profi sinnvoll ist
Einen Webdesigner zu beauftragen lohnt sich vor allem dann, wenn Ihre Website Geld verdienen soll: wenn Gäste, Kunden oder Mitglieder über sie reservieren, buchen, bestellen oder anfragen. Dann zählen Ladezeit, klare Wege und Technik, die zuverlässig läuft.
Auch wenn Sie keine Zeit oder keine Lust haben, sich einzuarbeiten, ist es meist die bessere Wahl. Ein Profi bringt Erfahrung mit, was Besucher suchen und wo sie abspringen. Und er nimmt Ihnen die Technik ab, damit Sie sich um Ihren Betrieb kümmern können.
Wichtig dabei: Auch hier gibt es Unterschiede. Fragen Sie, wem die fertige Seite gehört, ob Sie sie selbst pflegen können und was nach dem Start an Kosten anfällt. Eine Übersicht dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu den Website-Kosten.
Stehen Sie unsicher zwischen beiden Wegen? Dann starten Sie klein: Prüfen Sie, was ein Baukasten für Ihren Zweck leisten würde, und holen Sie sich parallel ein unverbindliches Angebot ein. Der Vergleich zeigt meist schnell, ob sich der Unterschied lohnt.
Entscheidungshilfe: Fünf Fragen an sich selbst
Gehen Sie diese Fragen ehrlich durch. Je öfter Sie mit „Ja“ antworten, desto eher spricht etwas für den Baukasten:
Beachten Sie dabei auch: Je mehr Kunden bereits über Ihre Seite zu Ihnen finden, desto sorgfältiger sollte ein Umzug vorbereitet werden. Eine kurze Planung vorab erspart später viel Ärger.
- Reicht mir eine einfache Seite ohne Sonderfunktionen?
- Habe ich Zeit und Lust, mich mehrere Tage einzuarbeiten?
- Ist es in Ordnung, dass die Seite dauerhaft beim Anbieter bleibt?
- Kann ich damit leben, dass sie vielleicht nicht perfekt auf Google und Handy abgestimmt ist?
- Verdiene ich über die Website nicht direkt mein Geld?
Und wenn ich später wechseln will?
Viele starten mit dem Baukasten und lassen später neu bauen, wenn der Betrieb wächst. Das ist völlig in Ordnung. Planen Sie den Wechsel aber ein: Sichern Sie Ihre Texte und Bilder an einem eigenen Ort, behalten Sie die Zugangsdaten zu Ihrer Internetadresse und prüfen Sie, ob die Adresse bei Ihnen oder beim Anbieter angemeldet ist. So bleibt der Umzug überschaubar.
Wer im Netz schon gefunden wird, sollte beim Neubau die bisherigen Adressen der Unterseiten beachten, damit Besucher und Google nicht ins Leere laufen. Ein erfahrener Dienstleister kümmert sich darum, ohne dass Sie es merken. Mehr dazu auf unserer Seite zum Website-Relaunch.
Unser Standpunkt
Wir bauen Websites ohne Baukasten: schnell, mit einfacher Verwaltung zum Selberpflegen und auf Wunsch mit der Betreuung durch uns, monatlich kündbar. Das ist nicht für jeden die richtige Wahl, und wir sagen Ihnen auch, wenn für Ihr Vorhaben ein Baukasten ausreicht. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, was Sie wirklich brauchen. Wenn Sie vorab wissen möchten, wo Ihre bestehende Seite steht, hilft der kostenlose Website-Check.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet.
Kann ich meine Website selbst erstellen, ohne Vorkenntnisse?
Ja, mit einem Baukasten geht das. Rechnen Sie aber mit mehreren Tagen Einarbeitung und Aufbau, und mit Grenzen bei Gestaltung und Funktionen.
Was sind die größten Nachteile eines Homepage-Baukastens?
Abhängigkeit vom Anbieter, dauerhafte monatliche Gebühren, ein schwieriger Umzug und begrenzte Funktionen. Auch die Ladezeit ist oft schlechter als bei individuell gebauten Seiten.
Wann sollte ich einen Webdesigner beauftragen?
Wenn Ihre Website Anfragen, Buchungen oder Bestellungen bringen soll, Sie Sonderfunktionen brauchen oder die Zeit zum Selberbauen fehlt.
Gehört mir die Website, wenn ich sie erstellen lasse?
Das sollten Sie vorab klären. Fragen Sie jeden Anbieter, ob Sie Ihre Seite und Ihre Internetadresse bei einem Wechsel mitnehmen können.
Kann ich von einem Baukasten später zu einem Profi wechseln?
Ja. Meist wird die Seite dabei neu aufgebaut. Sichern Sie vorher Texte und Bilder und klären Sie, wo Ihre Internetadresse angemeldet ist.
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